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9-14 July 2013
Das Einmaleins von Barrio-Küchen

Wie man eine Barrioküche führt

Praktische Tips von Eva (Werkhaus-Küche) und Messy (Momma's Messy Küche)

Ein paar grundlegende vernünftige Tips:

  • Kauft Dinge in Dosen, nicht in Gläsern – die Dosen könnt ihr zusammendrücken und damit brauchen sie weniger Platz vor dem Recyceln.
  • Ihr könnt Lebensmittel kühl halten, wenn ihr die Behälter in feuchte Lappen wickelt oder sie in flaches Wasser stellt.
  • Bringt Fliegenfänger und Fliegenabdeckung für die Lebensmittel mit, da Fliegen eine Belästigung sind und Menschen schnell krank machen können.
  • Benutzt vor dem Essen antibakterielle Flüssigseife für die Hände.
  • Wenn Leute gearbeitet haben, wollen sie vor dem Essen gründlich ihre Hände waschen – ihr solltet dafür Chlorbleichlauge in eine Waschschüssel geben.
  • Bringt ökologisches Geschirrspülmittel mit, da das in Spanien schwer zu bekommen ist.
  • Gebt etwas Chlorbleichlauge (12.5% Natriumhypochloritlösung) in euer Abwaschwasser. Damit verhindert ihr, dass eure Schüssel zum interessanten mikrobiologischen Experiment wird.
  • Um Wasser zu sparen wäscht man am besten in mehreren Stationen auf anstatt in einer grossen Schüssel:
    1. Säubern der Teller über einem Abfalleimer
    2. Spülen der Teller mit schmutzigem Wasser (Wasser von Station3)
    3. Abwaschen der Teller in Seifenwasser (Wasser von Station4 mit Spülmittel)
    4. Abspülen der Teller mit klarem Wasser (mit Bleichlauge)
    5. Jedes mal, wenn das Wasser in eines der Stationen zu schmutzig wird, wird es zur vorherigen Station gegeben.
  • Beachtet, dass jeder sein eigenes Geschirr und Besteck mitbringt (und abwäscht!).
  • Evas Tips:

  • Befragt die Leute eures Camps betreffs Lebensmittelallergien und der Anzahl der Vegetarier, so dass ihr entsprechend planen könnt. Nehmt keine Rücksicht auf wählerische Esser (nur auf wirkliche Vegetarier und Allergiker!) – diese Leute können Pilze (oder was immer sie nicht mögen) herausfischen. Ihr könnt nicht für jeden ein separates Essen kochen!
  • Kocht Ein-Topf-Gerichte – versucht nichts zu ausgefallenes, haltet es einfach, aber plant eure Rezepte so, dass es nicht jeden Tag gleich schmeckt.
  • Wenn ihr für eine grosse Anzahl Leute kocht, dann ist es nicht schlecht, die Zutaten einzeln in verschiedenen Töpfen zu kochen und sie dann am Schluss zusammen zu bringen.
  • Bereitet Nudeln, Reis, Cous Cous oder Eintopf zu, die mit Brot gegessen werden können.
  • Getrocknete Lebensmittel halten sich gut (klar!), aber Sachen wie getrocknete Chorizo und Bohnen eignen sich gut für die letzten Tage, weil sie sich wirklich sehr gut lange Zeit halten.
  • Ein-Topf-Gerichte sind gut, weil ihr dazu einen gesonderten Salat oder eine vegetarische Beilage reichen oder ein paar Extrasachen darüber streuen könnt… je mehr Krimskrams umso besser – es gibt den Leuten ein Gefühl von Abwechslung.
  • Grosse Töpfe voll mit Essen sind verdammt schwer – seht zu, dass ihr starke Assistenten habt und grosse Schöpfkellen, mit denen ihr das Essen austeilt.
  • Wenn ihr könnt, vermeidet Wurzelgemüse. Es ist schwer zu schälen und das Kochen dauert lange.
  • Informiert euch über das lokale Lebensmittelangebot: in Spanien gibt es andere Dinge als in England, Holland, Deutschland usw., also erwartet keine grossen Mengen an Tofu oder gemahlenem Koriander o.ä. in Sarinena, besorgt euch diese Dinge zuhause und bringt sie mit.
  • Die Zugabe von gerösteten Körnern macht jedes Essen sofort glamouröser und leckerer.
  • Ihr könnt nie zuviel Geschirrtücher haben – zum Abtrocknen, zum Heben von heissen Dingen, zum Verwenden als Fliegenschutz.
  • Küchenutensilien sind unentbehrlich – Zitronenpressen, Büchsenöffner, Scheren, scharfe Messer, Schneidebretter usw.
  • Messy's Tips:

  • Ganz wichtig ist ein guter Nahrungsmittelabfallbehälter mit Deckel – wir kauften einen preiswerten kleinen roten Abfalleimer, dessen Deckel von Bügeln gehalten wird, in Sarinena. Auf diese Weise werden Fliegen ferngehalten, ihr könnt die Lebensmittel recyceln und es gibt keinen Geruch oder zu viel Schmutz.
  • Wenn ihr wisst, was ihr ganz bestimmt braucht, insbesondere Gewürze, Geschirrspülmittel usw. , dann kauft es sicherheitshalber, bevor ihr losfahrt. Das Identifizieren bestimmter Produkte ist sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, falls euer Spanisch nicht brilliant ist.
  • Haltet die Rezepte einfach – die Leute wollen kein Gourmetessen, sie wollen volle Bäuche! Auf diese Weise ist es viel einfacher, für sie zu kochen, und für die hungrigen Leute wartet es sich auch besser.
  • Informiert euch über die Eissituation vor Ort – wir machten es "grün" letztes Jahr und kauften Kühlakkus für die Kühlboxen. Die Kühlakkus wurden vom liebenswürdigen Eiscamp gefroren und wir hatten genügend davon, um jeden Tag austauschen zu können. Auf diese Art und Weise liegen die Lebensmittel nicht im Wasser, ihr müsst kein Geld für den Kauf von Eis ausgeben und es ist alles ein bisschen grüner. Das funktioniert allerdings nur, wenn ihr ein freundliches Eiscamp in der Nähe habt!
  • Benzin ist notwendig, aber schwer zu bekommen. Fahrt zu einer Tankstelle in einer grossen Stadt (wir fuhren nach Saragossa) und nehmt einen Spanischsprechenden mit. Ein Kanister sollte für ein Camp mit 20 bis 25 Personen für eine Woche ausreichen. Nicht alle Tankstellen verkaufen euch Benzin im Kanister, wenn ihr keinen leeren mithabt – in diesem Fall müsst ihr etwas herumfahren, bis ihr eine findet!
  • Snacks – wegen des Schwitzens in der Hitze und dem ununterbrochenen Tanzen brauchen die Leute ständig was zum Essen. Habt also viel Salz- und Zuckersnacks vorrätig, die nach Bedarf verspeist werden können. Wir kauften im letzten Jahr grosse Mengen an Madeleinas (französisches Gebäck aus Rührteig), die ein grandioser Erfolg waren.
  • Legt nicht den Schwerpunkt auf Alkohol. – wir betrieben eine alkoholfreie Küche. Das ganze Geld wurde für Lebensmittel ausgegeben, die Leute kümmerten sich um ihre eigenen Drinks je nach Bedarf. Auf diese Weise fühlt sich keiner übervorteilt, wenn er nicht so viel wie andere trinkt. Das kann Verstimmungen verhindern und hält außerdem die Kosten niedrig.
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